Welche grundsätzlichen Inhalte bestimmen den Geschäftsbericht 2025? Wie sieht die Bilanz aus? Und welche Themen sind von herausragender Relevanz für die Vertreterversammlung?
Anfang Mai 2026 fanden drei Informationsveranstaltungen für Vertreterinnen und Vertreter (IVV) zur Lage und dem Geschäftsbericht 2025 der Spar- und Bauverein Solingen eG statt. Die umfangreichen und informativen Inhalte des Geschäftsberichtes 2025 wurden seitens des Vorstandes persönlich erläutert.
So standen auf der Tagesordnung der „IVV“, an der viele Interessierte teilnahmen, neben „Der wirtschaftlichen Lage“ auch die Aufwendungen für die Modernisierung und die nachhaltige Entwicklung unserer Immobilien sowie das soziale Engagement unserer Genossenschaft. „Mit diesen drei Terminen haben wir allen Vertreterinnen und Vertretern die Möglichkeit gegeben, umfängliche Informationen zu erhalten und alle Fragen im Vorfeld, auch im persönlichen Gespräch zu klären“, erläutert Roland Bak, Vorstandsvorsitzender der SBV Solingen eG.
Er zitierte zu Beginn der Veranstaltung die Worte, die auch in seinem Vorwort des Geschäftsberichts 2025 zu lesen sind: „Gemeinsam und mit Zuversicht gestalten wir unsere Zukunft“, und betonte: „Dieses Motto gilt nicht nur heute, sondern auch für die Zukunft. Denn keiner von uns schafft es allein, nur gemeinsam können wir die bestehenden und künftigen Herausforderungen meistern.“
Neben dem reinen Zahlenwerk rund um die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung ging es auch darum, zu erklären, dass der aktuelle Geschäftsbericht unter der Prämisse des neuen, vom europäischen Parlament beschlossenen Berichtsstandards für Nachhaltigkeitsberichte „VSME“ erstellt wurde. Für die SBV Solingen eG bedeutet dies unter anderem, dass der Nachhaltigkeitsbericht als Teil des Geschäftsberichtes andere Schwerpunkte sowie eine andere Struktur definiert.
Geänderte rechtliche Rahmenbedingungen
Vorstandsmitglied Pascal Piqué konnte den Anwesenden sowohl alle Fragen rund um die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft beantworten als auch zu den geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen, die seit einer im Januar 2026 veröffentlichten Festsetzung des Bundesministeriums der Finanzen für die Themen Instandsetzung und Modernisierung von Gebäuden gelten. Diese geänderten Rahmenbedingungen sorgen für erhebliche wirtschaftliche Anpassungsbedarfe und führen dazu, dass sich das Jahresergebnis 2025 um mehrere Millionen Euro auf einen Bilanzgewinn von 3,3 Millionen Euro angepasst hat. Auf die entsprechenden Auswirkungen für die Wirtschaftsplanung 2026 ist dementsprechend eingegangen worden. Insgesamt resümierte Pascal Piqué: „Unsere Genossenschaft hat im letzten Jahr insgesamt eine gesunde Entwicklung durchlaufen, mit einem Anstieg sowohl bei den Mitgliederzahlen, bei den Erlösen und den Spareinlagen. Die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Kombination mit der Veröffentlichung des BMF bedingen eine gute und belastbare Wirtschaftsplanung, um die Genossenschaft weiterhin zukunftsfähig auszurichten.“
Wohnkosten sozialverträglich absichern
Dass unsere Genossenschaft trotz dieser Umstände weiterhin konsequent in die Modernisierung der Bestände investiert, erläuterte Vorstandsmitglied Uwe Asbach. Er thematisierte die Folgen der Novellierung des GEG („Gebäudeenergiegesetz“) hin zum GModG („Gebäudemodernisierungsgesetz“) und verdeutlichte, dass die Genossenschaft fortwährend an der notwendigen Transformation zur Umstellung auf eine regenerative Energieversorgung festhält, um Wohnkosten sozialverträglich abzusichern: „Wenn wir nicht heute mit den Maßnahmen zur Erfüllung des Klimaschutzgesetzes beginnen, um die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, werden uns die Betriebskosten für fossile Energieträger in den nächsten Jahren finanziell überfordern. Für die Umstellung der Wärmeversorgung können wir von den positiven Erfahrungen sowohl von unseren Mietern als auch der technischen Abteilung mit dem Einsatz von Wärmepumpen in unterschiedlichen Siedlungen profitieren.“
CO₂-Abgabe ist verbrauchsabhängig und beeinflussbar
Wie konkret die Reduzierung von Leerständen und die Dekarbonisierung unserer Siedlungen vorangetrieben wird, erläuterte unser Vorstandsvorsitzender Roland Bak anhand von Zahlen und Beispielen aus den Siedlungen; ebenso, welche Objekte bereits saniert wurden bzw. aktuell werden, und in welchen Siedlungen noch konkreter Handlungsbedarf besteht.
Im Zusammenhang mit den notwendigen Investitionen wurde auch die Mieten-Entwicklung von Roland Bak angesprochen. Dabei wurde deutlich, dass die Mieten der Genossenschaft sich weitaus moderater entwickelt haben als dies deutschlandweit und auch in Solingen Praxis ist: Während die Mieten in Deutschland von 2013 bis 2025 im Durchschnitt um 75 Prozent gestiegen sind, stiegen sie im gleichen Zeitraum bei der SBV eG um ca. 24 Prozent. Und er wies auch auf einen anderen wichtigen Punkt hin: Die Kosten für die sogenannte „CO₂-Abgabe“ sind verbrauchsabhängig und können somit von allen Nutzerinnen und Nutzern beeinflusst werden.
An dieser Stelle meldete sich Olaf Todtenbier, Vertreter aus der Siedlung Hoffeld, die derzeit aufwändig energetisch saniert wird mit dem Austausch von Fenstern, der Dämmung von Fassaden und den obersten Geschossdecken sowie der Erneuerung von Vorbaurollläden, zu Wort und bestätigte die positive Veränderung durch diese Maßnahmen: „Wir heizen seit Februar überhaupt nicht mehr, haben dennoch eine durchschnittliche Raumtemperatur von 21 Grad und lüften dreimal täglich ordentlich durch.“ Es sind genau diese Rückmeldungen, die den Vorstand sowie alle Beschäftigten der Spar- und Bauverein Solingen eG motivieren, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen – zum Wohle aller Mitglieder, die sich darauf verlassen können, „modernen, sicheren und klimagerechten Wohnraum zu fairen Bedingungen“ bereitgestellt zu bekommen.