Großer Erfolg: „Tag des offenen Denkmals“® in unserem Hochbunker an der Max-Leven-Gasse

Geschichte live zu erleben – die Gelegenheit dazu nutzten am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“® rund 270 Interessierte, die an den Führungen des Solinger Stadtdienstes Denkmalschutz und Stadtbildpflege durch den Hochbunker auf dem Gelände unserer Genossenschaft an der Max-Leven-Gasse teilnahmen.

„Beeindruckend“ sagten viele beim Hinausgehen. Denn das, was Abteilungsleiterin Mona Lohrengel und ihre Kolleginnen Daniela Röbkes, Melanie Marx und Julia Klohs von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Solingen den Besuchern und Besucherinnen im Rahmen der geführten Begehungen an Eindrücken und Informationen vermittelten, war für die allermeisten doch sehr besonders.

Vor dem Eingang des Bunkers hatte das Expertinnen-Team an Stellwänden diverse Informationen zusammengestellt zur Anzahl, geografischen Verortung und Beschaffenheit der Bunker, die die Bevölkerung von Solingen während des 2. Weltkrieges bei Luftangriffen schützen sollten. Insgesamt waren es 15 größere oberirdische Bunkerbauten für den zivilen Luftschutz. Wer in welchem Bunker Unterschlupf finden konnte, war auf Listen namentlich festgelegt.

Der runde circa 21,5 Meter hohe Stahlbeton-Spitzbunker auf dem Gelände der Spar- und Bauverein Solingen eG vom Typ „Winkel“ (benannt nach dem Konstrukteur Leo Winkel) wurde 1940 erbaut und zeichnet sich durch eine „Doppelhelix“ aus: zwei Treppenhäuser, die getrennt und gegenläufig in die Spitze führen. So konnten bei Alarm möglichst viele Menschen gleichzeitig in den Bunker laufen und sich auf den Treppen der fünf Stockwerke niederlassen.

Bei der Begehung des Bunkers saßen die Besucher teils auch auf den wenigen noch verbliebenen alten Bänken, auf denen die insgesamt circa 500 Menschen damals eng gedrängt ausharrten, während von draußen infernalisches Gedröhne und heftiger Aufschlaglärm zu hören waren.

Die Wände des Turms sind circa zwei Meter dick. Sein Durchmesser beträgt am Boden circa zwölf Meter, in der Dachtraufe circa elf Meter und im Innern acht Meter. Das steil abfallende, spitz zulaufende Dach sollte dafür sorgen, dass herabfallende Bomben abgleiten und neben dem Turm explodieren, statt ihn direkt zu durchschlagen. Genau so kam es im November 1944: Der Hochbunker erhielt einen Volltreffer durch eine von den Alliierten abgeworfene Sprengbombe auf dem Dach. Die durch die Bombeneinwirkungen entstandenen Schäden im Außenbereich sind in Form von kleinen Rissen bis in die Wand des Erdgeschossen noch heute erkennbar. Innen blieb das Konstrukt weitgehend unbeschädigt. Rudi Zündorf, 79, der erste Besucher der Veranstaltung und Bewohner unserer Siedlung am Brühler Berg, berichtete, dass seine frühere „Hauswirtin Frau König“ ihm erzählt habe, es hätte bei diesem Angriff rund fünfzig Verletzte gegeben, zum Glück keine Toten.

Rund 200 Winkel-Bunker gab es in Deutschland, davon sind heute noch rund 70 Exemplare erhalten, darunter auch der fast baugleiche, wenn auch etwas kleinere Hochbunker an der Lüneschloßstraße bei der Firma Zwilling. Er kann allerdings nicht besichtigt werden. Der Andrang im Rahmen des „Tags des offenen Denkmals“ war trotz des starken Regens so groß, dass nicht wenige Interessierte über 30 Minuten auf die nächste Führung warten mussten. Viele verbrachten diese Zeit gern im benachbarten „Max-Leven-Zentrum“ und machten sich mit der dort aufgebauten Ausstellung zu den Themen Verfolgung durch die Nationalsozialisten und zu dem jüdischen Journalisten der „Bergischen Arbeiterstimme“, Max Leven, der in der Pogromnacht 1938 brutal ermordet wurde, vertraut. Dafür ließ die Bildungs- und Gedenkstätte extra eine Stunde länger auf („normale“ Öffnungszeiten sonntags: von 11 bis 14 Uhr).

Heike Bensberg, Aufsichtsrätin unserer Genossenschaft, nahm an der Führung zusammen mit ihrem Mann Stefan teil. Sie zeigte sich erfreut über das große Interesse: „Das war schon überraschend für uns, so viele Menschen, auch Familien, vor Ort zu treffen. Die Begehung selbst war tatsächlich beindruckend, sehr engagiert vonseiten der städtischen Mitarbeiterinnen. Man mag sich nicht vorstellen, wie die Menschen damals auch bei Frost oder Hitze dort stundenlang ausharren mussten.“ Auch Jörg Schneider, Siedlungsvertreter aus dem Weegerhof, ließ es sich wie viele andere Mitglieder nicht entgehen, bei dieser Gelegenheit den Bunker zu erkunden. Er meint: „Die Führung war sehr informativ und eindrücklich. Als mir während der Führung bewusst wurde, wie es damals in diesem Bunker gewesen sein muss, voller Angst hier zu sitzen und nicht zu wissen, was wird – das hat mich schon berührt. Es ist auch immer wieder faszinierend, Spuren der Geschichte in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu finden.“

Über die erfolgreiche Aktion berichtete unter anderem das „Solinger Tageblatt“ auf einer halben Seite mit der Schlagzeile „270 Solinger erkunden einen Weltkriegsbunker“.

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Im neuen Jahr sind wir ab dem 2. Januar 2026 gern wieder für Sie da.

Ihr Team Sparen der Spar- und Bauverein Solingen eG

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Veränderte Öffnungszeiten am 19. Mai 2026

Liebe Mitglieder, liebe Sparerinnen und Sparer,

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