Unterwegs mit dem NABU
Welcher Vogel fliegt denn da? Wo finden sich Nistmöglichkeiten für Gebäudebrüter? Und wer erkennt den Gesang der Amsel?
Unterwegs mit den Solinger Expertinnen und Experten des NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) in unseren Siedlungen, bedeutet: aufmerksam die Natur beobachten, ab und zu still lauschen, von Zeit zu Zeit das Fernglas zücken und viel lernen. „Man entdeckt viel mehr als man denkt“, bestätigte Siedlungsvertreterin Viola Mybes beim Gang durch den Weegerhof im Juni. Da es ein heißer Sommertag war, hatten sich viele Vögel in Hecken und Bäumen versteckt. Aber ein paar Exemplare konnten sowohl Annette und Christoph Kalde vom NABU, aber vor allem auch die Bewohner und Bewohnerinnen unserer Siedlung ausmachen. Hier klopfte ein Specht, da sang eine Schwanzmeise. „Schaut mal, dort, ein Pärchen Distelfinken“, sagte Annette Kalde und zeigte in Richtung Gebüsch. „Und hier eine Heckenbraunelle.“
Einige hatten sogar Ferngläser dabei und konnten so auch Vögel in weiterer Entfernung gut ausmachen. Was den beiden Experten vom NABU vor allem am Herzen liegt: Haben die so genannten Gebäudebrüter wie Mauersegler, Mehlschwalben und auch Fledermäuse an den modernisierten Häusern noch genügend Möglichkeiten, um in Ruhe den Nachwuchs aufziehen zu können?
Beim Gang durch den Weegerhof zusammen mit Anwohnern, Vorstandsmitglied Pascal Piqué, dem Abteilungsleiter des Regiebetriebs, Dirk Düben, und Sandra Fischer, Leiterin des Teams Sozial- und Projektmanagement, wurde klar: Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten für die Tiere, sich unter Dachvorsprüngen und in größeren Ritzen Nester zu bauen. Viele Bewohner berichteten vom frühen Konzert der Singvögel im Frühjahr, andere erkannten den Rotmilan, der über den Köpfen hoch oben in den Lüften flog.
Einige Wochen später Ende August traf sich dann an einem verregneten Tag auch eine kleine Gruppe in unserer Siedlung IV. Feld in Meigen. Unser Team Sozial- und Projektmanagement hatte zum Rundgang mit dem Ehepaar Kalde sowie Uta Giesen vom NABU eingeladen, um „die Siedlung mit anderen Augen zu betrachten“. „Mein Herz hängt an den Vögeln. Wir müssen gemeinsam dafür Sorge tragen, dass ihre Lebensbedingungen hier bei uns nicht immer schlechter werden. Sonst wird es eng für viele Arten“, warnte Annette Kalde. Und tatsächlich konnten auch in dieser Siedlung gute Bedingungen unter anderem für Koloniebrüter wie Haussperlinge („Spatzen“) und Mauersegler entdeckt werden, an manchen Häusern gleich drei Nisthilfen nebeneinander. Ebenso war bei der Sanierung der Siedlung auch daran gedacht, Nistmöglichkeiten für Gebäudebrüter in die neuen Fassaden zu integrieren.
Und trotz des stürmischen Wetters mit Regengüssen und Regenbogen fanden alle, die dabei waren, dass es eine gelungene Veranstaltung war – selbst, wenn es äußerst schwierig war, Vogelstimmen auszumachen.
Zum Schluss gab es für alle die kleine Broschüre „Erkennst du mich?“ mit einem „Who-is-who“ der Gartenvögel, in der man die wichtigsten Informationen zu Kohlmeise, Star, Grünfink und Co findet.
Wir freuen uns schon auf die nächste Begehung mit den Ornithologen vom NABU. Die Einladung an die Bewohner und Bewohnerinnen der entsprechenden Siedlung geht frühzeitig raus.